China 2006


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Nach Reisen in die Vereinigten Staaten (1997), Südafrika (1999) und Australien (2002) stand im 

Sommer 2006 bei der Jungen Bläserphilharmonie Ulm ein weiterer Kontinent auf dem Programm: Asien.

Vom 4.-20 August waren 70 Musikerinnen und Musiker unter Leitung von ihrem Dirigenten Josef Christ auf Konzertreise in China. 

Josef Christ und der Vorstand waren mit dem Tourneeverlauf sehr zufrieden.Der Vorsitzende Michael Leibinger sagte: „Wir waren gute Botschafter Ulms und Deutschlands.“  

Die JBU spielte in China sieben Konzerte; in Shanghai, Nanjing, Peking, Zhousan, Shaoxing und Hangzhou – allesamt Millionenstädte. Herausragend war die Einladung zur 6. Jugendkunstwoche nach Peking, bei der die JBU als einziges nicht-asiatisches  Ensemble vertreten war.

Begonnen hat die Tournee in Shanghai in der renommierten Shanghai Concert Hall. Das sehr gut besuchte Konzert mitten in Shanghai sorgte von Beginn an für den zündenden Funken bei dem als kritisch bekannten Shanghaier Konzertpublikum und endete mit drei Zugaben, viel Jubel und stehenden Ovationen.

Als nächstes war ein Konzert in der People’s Hall in Nanjing. Danach ging es per Flugzeug weiter nach Peking.

Zu den Feierlichkeiten der 6. Jugendkunstwoche spielten wir das Festivalkonzert in der National Library der Universität Peking und wurden vom Publikum mit Beifallsstürmen bedacht. Zu Gast  war auch der Kulturattachée der Deutschen Botschaft, Dr. Bertram Holz.

Die Dirigentin des nationalen Blasorchesters war unter den Besuchern und hellauf begeistert von der musikalischen Qualität der JBU. Sie sorgte dafür, dass tags darauf beim zweiten JBU-Konzert in Peking – diesmal in der berühmten Forbidden City Concert Hall mit fabelhafter Akustik – etliche Persönlichkeiten im 1200-köpfigen Publikum saßen, die in der sinfonischen Blasmusik Chinas Rang und Namen haben.

Unter diesen renommierten Konzertgästen war auch der erste Dirigent des Militärorchesters in Peking und Leiter des chinesischen Blasmusikverbands. Auch er war vom Auftritt des Ulmer Orchesters, vor allem von der „Qualität der Klangfarbe, die in China in dieser Art nicht bekannt ist“, so angetan, dass er den musikalischen Leiter Josef Christ einlud, im nächsten Sommer vor Ort einen einwöchigen Workshop abzuhalten.

Nach den erfolgreichen Konzerten auf der Insel Zhousan und in Shaoxing kam dann das große musikalische Finale der Chinareise. Noch einmal ein herausragendes Ereignis für die war das Konzert im Grand Theatre in der alten Kaiserstadt Hangzhou

Hier spielen normalerweise nur professionelle Orchester und Bands. Das letzte Konzert der jbu fand wie die anderen sechs Auftritte großen Anklang und wurde komplett vom Fernsehen aufgezeichnet. Das Programm, das Josef Christ mit seinen Musikerinnen und Musikern vorbereitet hatte, wurde von den mehr als 1000 Besuchern begeistert aufgenommen.  Das Orchester spielte drei Zugaben und danach wurde Dirigent Josef Christ von einer Riesenschar Autogrammjägern belagert.

Nicht nur musikalisch war die Tournee für das Orchester ein Gewinn. Die Reise brachte den jungen Ulmerinnen und Ulmern auch Einblicke in das Leben und die Kultur Chinas, ein Land, das zumindest in seinen östlichen Provinzen wirtschaftlich aus allen Nähten zu platzen scheint. Das beste Beispiel für den ökonomischen Aufschwung liefert das mittlerweile auf 20 Millionen Einwohner angewachsene Shanghai, wo es ebenso ein Besichtungsprogramm gab wie in allen anderen Städten. In Peking gehörten der Kaiserpalast und die Chinesische Mauer zum touristischen Programm.

Es kam auch zu Begegnungen mit Jugendlichen. Bei der Abschlussfete des Jugendfestivals in Peking tanzten die jungen Schwaben als einzige Europäer mit Gleichaltrigen aus China und anderen asiatischen Ländern. Wie selbstverständlich führten die Ulmer die Abschlusspolonaise auf dem Festplatz an. Während des Festivals erlebte die Reisegruppe, was Gastfreundschaft in China heißt: Für die Küche, welche die Festivalteilnehmer vier Tage lang versorgte, war eigens ein Sternekoch mit Erfahrungen aus der europäischen Küche engagiert worden, um dem deutschen Geschmack entgegenzukommen. Derweil waren die Gaumen schon längst mit den Sitten und Gebräuchen der chinesischen Küche vertraut. Verhungern musste keiner, denn schon vom zweiten Tag an konnten alle Orchestermitglieder mit Stäbchen essen.   

Die 17-tägige Tour verlief ohne größeren Zwischenfall. „Es ist eine logistische Meisterleistung vollbracht worden“, bilanzierte Vorsitzender Leibinger und meinte damit, dass das Orchester mit fast einer Tonne Instrumenten unterwegs gewesen war. Sie wurden bei zwei Inlandsflügen und mit Lkw mehrere tausend Kilometer durch das Reich der Mitte transportiert. 


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