Presseberichte 2010


Vom Broadway zum Fluch der Karibik

Foto: köd, Neu-Ulmer Zeitung

Josef Christ und seine Junge Bläserphilharmonie Ulm im CCU.

Ulm Die Junge Bläserphilharmonie Ulm bereitet sich auf das Jubiläum zu ihrem 50-jährigen Bestehen im kommenden Jahr vor.

Beim Jahreskonzert der also seit 49 Jahren existierenden JBU (von Udo Botzenhart als Ulmer Knabenmusik gegründet) bewiesen die jungen Musiker und Musikerinnen unter der umsichtigen Leitung von Josef Christ – trotz des durchwegs unterhaltsamen Abends – jenes hohe Niveau, das sie nach dem Gewinn des Deutschen Orchesterwettbewerbs berechtigt, sich derzeit Deutschlands bestes Jugendblasorchester zu nennen.

Enorme Breite des Programms

Dass Blasmusik weit, weit entfernt sein kann von dem Etikett, das sie auch hat, dass sie auf höchstem Niveau ein sinfonisches Repertoire pflegen kann, zeigen die bis maximal 22 Jahre alten Musiker und Musikerinnen der JBU: Mit einer enormen Breite des Programms vom temperamentvoll-feurigen Ausschnitt aus der Verdi-Oper „Aroldo“ bis hin zur von der Olympiade im japanischen Nagano inspirierten „Olympica“-Sinfonie des Niederländers Jan van der Roost reichte die Vielfalt des zu Gehör gebrachten; darunter musikalische Bilder, die von Städten und Landschaften in den USA erzählten wie Nigel Hess´ „East Coast Pictures“ oder Carl Wittrocks „The Road to the West“, aber auch ein Medley beliebter Broadway-Musicals in einem Arrangement von Michael Brown oder ein Review unvergesslicher Benny Goodman-Stücke, die BigBand-Atmosphäre aufkommen ließen. Vor dem sehr niveauvollen Programm der Jungen Bläserphilharmonie Ulm präsentierte sich das Nachwuchsorchester.

Unterhaltsame Jungmusiker

Mit einem Ausschnitt aus der häufig gehörten Filmmusik von „Fluch der Karibik“ über ein ABBA-Medley und Dance Floor-Hits aus den 70ern gaben die Jungmusiker einen Einblick in ihr Können – unterhaltsam und hörenswert, aber doch noch ein ganzes Stück entfernt von der Brillanz der „Großen“.

Quelle: Neu-Ulmer Zeitung
Autor: Dagmar Hub
Datum: 18.10.2010


Jahreskonzert 2010 – Musikalische Pendler

Foto: Volkmar Könneke

In Hochform: Beide Orchester der Jungen Bläserphilharmonie Ulm unter Josef Christ begeisterten 1000 Zuhörer im CCU mit einem starken Programm. Sinfonische Blasmusik von Märschen über Swing bis Abba.

Josef Christ spornt die Junge Bläserphilharmonie Ulm zu starken Leistungen an.

„Super!“ war wohl der häufigste Kommentar nach diesem Abend. Dirigent Josef Christ hatte „seine“ Junge Bläserphilharmonie Ulm (JBU) bei ihrem Jahreskonzert zu Glanzleistungen gebracht und das Publikum zum Jubeln. Klar, Qualität bringt Popularität und einen festen Platz im Kulturleben. Und im Fernsehen, letzten Juli zur besten Sendezeit. Ein Ausschnitt der SWR-Sonntagstour wurde vor dem zweiten Konzertteil auf Großleinwand eingeblendet: der schmissige „Washington Post“-Marsch zu schönen Ulmer Impressionen.
Staunen und Begeisterung über die musikalischen Pendler zwischen Europa und Amerika, zwischen Klassik und Swing bei den gut 1000 Zuhörern im CCU, darunter viel Jugend und etliche Ehrengäste, auch Vertreter von befreundeten Orchestern aus dem Tessin und aus Zürich. Sonderapplaus galt dem JBU-Ehrenvorsitzenden Udo Botzenhart. Der hatte 1961 nach Züricher Vorbild die Ulmer Knabenmusik (UKM) gegründet, die sich nach dem Beitritt von Mädels vor einigen Jahren in Junge Bläserphilharmonie Ulm (JBU) umbenannte. Michael Leibinger, erster Vorsitzender der JBU, kündigte in seinem Jahresrückblick auch schon das Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen an.
Doch zurück zum Anfang, zur erwartungsfrohen Spannung, als sich das Orchester mit „Fluch der Karibik“ aus der Feder des deutschen Hollywood-Komponisten Hans Zimmer im eingängigen Breitwandsound und präzisen Rhythmuswechseln vorstellte. Hut ab, wie sich die rund 50 Jungtalente ins Zeug legten und das Publikum eroberten. Klasse auch das fetzige ABBA- Medley „Mamma Mia!“. Bei den Schwedenhappen war Mitwippen ebenso angesagt wie bei den Disco-Hits „Dance Fever“, in denen die kleinere sinfonische Besetzung die 70er Jahre flott in Erinnerung rief.
Josef Christ dirigierte umsichtig, mit schnörkelloser Klarheit. Die Messlatte der Arrangements war hoch, doch trotz kleiner Abstriche hatte der Nachwuchs noch Luft nach oben. Überhaupt ist das die Kunst eines guten Dirigenten: fordern, aber nicht überfordern. Wobei die Werkauswahl bei Musikern und Zuhörern Neugier wecken und Freude machen soll. Was – moderiert von zwei Musikerinnen – einmal mehr bestens gelang.
Beim Großen JBU-Orchester der bis zu 22-Jährigen konnte Christ aus dem Vollen schöpfen: konzentrierte Spiellaune an 60 Pulten, erstklassige Solisten inklusive. Schon vergessen? Seit dem Gewinn des Deutschen Orchesterwettbewerbs 2008 sind sie das beste Jugendblasorchester Deutschlands, was Jan van der Roosts sinfonisches „Olympica“-Werk im ausgefeilten Edelklang unterstrich. Wer die Augen schloss, meinte Profis zu hören.
Es durfte auch in Melodien geschwelgt werden, ob in Franco Cesarinis Arrangement aus der eher unbekannten Verdi-Oper „Aroldo“ oder bei Broadway-Musicals. Tongemälde entführten ins pulsierende New York (Nigel Hess) und mit Carl Wittrocks „The Road to the West“ zurück in die Pionierzeit: Klarinetten-Sehnsucht, wuchtiger Tutti-Wagen-Tross, ausgelassene Tanzbodenstimmung. Und die starken Posaunen nutzten die Chance, sich in John Higgins „The Trombone Rag“ zu profilieren. Mit Bigband-Format, fidelen Showeinlagen, zwischenapplaudierten Soli wurde die Swing-Ära in „Benny Goodman Memories“ lebendig. Nach Bravos und Beifallsstürmen setzten Zugaben mit einer Swing-Referenz an Duke Ellington noch eins drauf.

Quelle: Südwest-Presse Ulm
Autor: Christa Kanand
Datum: 18.10.2010


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