Presseberichte 2011


Zum Abschied „Waltzing Matilda“

Umjubelt: Violinsolist Harry Ward und Dirigent John Ockwell
Foto: Volkmar Könneke

120 junge Musiker aus Australien auf musikalischer Stippvisite bei der Jungen Bläserphilharmonie Ulm: Das Ulmer Publikum war begeistert.

Welche gemeinsame Sprache sprechen Australier und Deutsche? Es ist die Sprache der Musik. Aus Prag reisten die insgesamt 120 Jugendlichen vom Symphony Orchestra und dem Symphonic Wind Ensemble der New South Wales Public Schools an. Insgesamt waren die australischen Jugendlichen jetzt zwei Wochen in Europa unterwegs, haben unter anderem in Budapest, Bratislava und in Wien gespielt. Der Stop in Ulm war ein Gegenbesuch. Die Junge Bläserphilharmonie Ulm (JBU) hatte auf ihrer Australientournee 2009 mit beiden Ensembles in Sydney Konzerte gegeben. Ulm war der letzte Stop, bevor es wieder zurück nach „Down Under“, nach Sydney in den Bundesstaat New South Wales ging.

Den Auftakt des Abends im Konzertsaal der Musikschule machten die Ulmer unter der Leitung von Josef Christ mit Bert Appermonts „The Age of Aquarius“. Das Werk ist auch ein Pflichtstück des Deutschen Orchesterwettbewerbs, der im Herbst startet und an dem die JBU wieder teilnehmen wird. 2008 hatte die JBU den Wettbewerb in ihrer Klasse gewonnen.

Das Symphony Orchestra, das im fliegenden Wechsel von Stephen Williams und John Ockwell dirigiert wurde, sorgte mit „Introduction et Rondo capriccioso“ von Camille Saint-Saëns für stürmischen Applaus, der im Besonderen dem Violin-Solisten Harry Ward galt. Mit Ronan Hardimans „Lord of the Dance“, der Titelmelodie aus der gleichnamigen Irish-Tap-Dance-Show kam Schwung in den Abend.

Das Repertoire des Symphonic Wind Ensembles reichte von Peter Tschaikowskys „Dance of the Jesters“ bis zu Steven Bryants Stück „Dusk“, in dem die Stimmung in der Abenddämmerung beschrieben wird. Unter der Leitung von John Benson und ebenfalls Stephen Williams, musste das Ensemble gleich zwei Zugaben spielen. Nach Alfred Reeds „Galopp“ wurde zum Schluss sogar noch gesungen. „Waltzing Matilda“, das bekannte australische Volkslied, rundete einen durchweg gelungenen Abend ab.

Quelle: SWP online
Autor: Jessica Anthony
Datum: 21.04.2011


Alle Generationen im Einsteinsaal:
Junge Bläserphilharmonie Ulm lädt nach dem Konzertreigen zum Roxy-Ausklang

Foto : roma

Ulm Bis nach den Großen Ferien alles wieder so richtig in Schwung kommt: Bei der Jungen Bläserphilharmonie Ulm ist Josef Christ dabei, im Proberaum der Musikschule Ulm im Eiltempo den letzten Schliff ans Programm fürs Jubiläumskonzert zu legen.

50 Jahre Junge Bläserphilharmonie Ulm wird am Samstag, 15. Oktober, 19 Uhr, nicht nur mit einem zwischen konzertanter Blasmusik und Rockpop-Arrangements aufwartenden Konzertabend im Einsteinsaal des Congress Centrums gefeiert. Nach Konzertende sind die Besucher zusammen mit den Musikern aus drei Generationen im Roxy noch zum Partyausklang geladen.

Drei Orchester wollen an diesem Abend mit großen Werken der sinfonischen Blasorchesterliteratur und Arrangements aus dem Popbereich ihr Publikum verwöhnen: Neben dem mittlerweile auf 60 Musiker angewachsenen Nachwuchsorchester und dem ebenso großen Orchester haben Vorsitzender Michael Leibinger und Dirigent Josef Christ auch Ehemalige eingeladen, die in 70-köpfiger Formation neben Richard Wagners „Tannhäuser“-Marsch auch Phil Collins „Against all odds“ mit Altsaxofonist Dieter Kraus als Solist spielen.

Durch effiziente Jugendarbeit musikalisch und auch persönlich „in die Zukunft zu reifen“, ist Leibinger zufolge schon immer der programmatische Antrieb der JBU gewesen. Gegründet 1961 durch Udo Botzenhart als Ulmer Knabenmusik (UKM) nach dem Vorbild der Knabenmusik Zürich, entstand durch die UKM das Schul- und Jugendmusikwerk der Stadt Ulm, Vorläufer der heutigen Musikschule der Stadt Ulm. Als Zeichen von Beständigkeit und Kontinuität gilt, dass die UKM/JBU in den fast 50 Jahren ihres Bestehens lediglich vier Dirigenten hatte: Paul Kühmstedt, Norbert Nohe, Kreso Pascuttini – seit 1995 Josef Christ. Seither ist sie mit zwei Vorsitzenden ausgekommen: Auf den Gründer Botzenhart folgte Michael Leibinger.

Botzenhart, inzwischen 89 Jahre alt, wird zum Jubiläumskonzert erwartet, wo die beiden Schirmherren (Bundesbildungsministerin Annette Schavan und Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner) die Grußworte halten. „Musiker der ersten Stunde sind bereits im Ruhestand“, schmunzelt Christ, der zuvor als Klarinettist bei den Ulmer Philharmonikern gewirkt hat. Durchlaufen haben die JBU-Reihen etwa Jazztrompeter Joo Kraus, Jazzdrummer Bernard Flegar, Schubart-Gymnasium-Musiklehrer Jochen Anger, der Soloklarinettist der Bamberger Sinfoniker, Christoph Müller und auch Jubiläumssolist Dieter Kraus.

Seit neun Jahren hat sich die Junge Bläserphilharmonie, die mit Konzertferien in Sydney oder Shanghai ebenso imponiert wie mit Preisen (etwa dem 1. Platz 2008 beim Bundesfinale des Deutschen Orchesterwettbewerbs Wuppertal), dem weiblichen Geschlecht geöffnet, das besonders bei den Holzbläsern für frischen Wind sorgt.

Quelle: Augsburger Allgemeine Zeitung
Autor: roma
Datum: 06.10.2011


Jubiläumskonzert im CCU am 15.10.2011

Dieses Konzert war ein Fest. Zum 50-jährigem Bestehen beschenkte die Junge Bläserphilharmonie sich nicht nur selbst.
Als besondere Gratulanten spielten auch 70 ehemalige Musiker des Orchesters auf.

Dass Udo Botzenhart vor 50 Jahren die Ulmer Knabenmusik aus der Taufe hob, wird ja schon seit Monaten gefeiert. Ein Höhepunkt waren die zwei Konzerte im Juli, bei denen das Große Orchester der Jungen Bläserphilharmonie Ulm (JBU), so heißt die Knabenmusik seit vier Jahren, und diverse Gastmusiker Tolga Kashifs „Queen Symphony“ auf der Wilhelmsburg aufführten. 2900 Zuhörer an zwei Abenden – eine gewaltige Kulisse. Und die war wohl auch der Grund, warum das Congress Centrum jetzt beim eigentlichen Jubiläumskonzert nicht zur Gänze ausverkauft war. Schade, denn was die drei Orchester an diesem Abend boten, hatte Klasse.

Drei Orchester? Ja, denn neben dem Großen Orchester, dem aktuellen Sieger des Deutschen Orchesterwettbewerbs, der alle vier Jahre stattfindet, waren auch das Nachwuchsorchester mit von der Partie und ein 70-köpfiges Ensemble, das aus ehemaligen Knabenmusikern bestand. Der Nachwuchs bestach unter der Leitung von JBU-Dirigent Josef Christ mit Filmmusik aus „Fame“ und „Aladdin“, aber auch mit Pop und einer irischen Traditional-Adaption.

Vor der Pause zeigte das Große Orchester dann, wie heutzutage sinfonische Blasmusik klingen kann. Vor allem in Bert Appermonts „The Age of Aquarius“, einem mit rhythmischen Vertracktheiten nur so gespicktem Werk, demonstrierten die Musiker ihre Akkuratesse, die aber nie auf Kosten der Interpretation ging. Josef Christ formte einen immer homogenen Klang. Diese Genauigkeit, die aber gleichzeitig den großen Bogen spannte, erreichte das Ensemble auch im nicht minder verzwickten „Moses und Ramses“ Staoshi Yagisawas.

So klingt ein Spitzen-Orchester – auch noch nach Jahrzehnten. Denn nach der Pause zeigten 70 ehemalige Knabenmusikanten, was sie einst in diesem Orchester gelernt hatten. 1000 Ehemalige hatte die JBU angeschrieben, 70 kamen, um ihrem Orchester zu gratulieren. Der Designer und Flötist Jan Wilker war gar bis aus New York angereist. Gratuliert wurde auf erstaunlichem Niveau. Nach nur zwei Proben funktionierte dieses Mammut-Ensemble wie eine Schweizer Uhr, lieferte einen schwungvollen Tannhäuser-Marsch à la Wagner ab und verlustierte sich dann in Pop und Jazz – mit zwei Solisten, die ihre ersten Schritte bei der Knabenmusik machten und heute zur ersten Garde deutscher Bläser zählen: der Saxophonist Dieter Kraus und der Trompeter Joo Kraus. Letzterer hatte erst vor wenigen Tagen zugesagt, nachdem ein eigener Konzerttermin ausgefallen war. Er übernahm gleich die Soloparts in Joe Zawinuls „Birdland“. Mindestens ebenso virtuos hatte zuvor Dieter Kraus in der Phil-Collins-Ballade „Against All Odds“ geglänzt. Riesenjubel.

Poppig ging auch das Große Orchester seinen zweiten Set an, mit „Fanfare and Funk“ Oliver Waespies und Medleys, die Santana- und Bon-Jovi-Titel mischten. Und als zweite Zugabe gab es den Klassik-Rock-Titel an sich: John Miles „Music“. Das war Pop und Rock im Breitwandsound mit hoffnungsvollen Solisten und einer vielbeschäftigten und brillanten Schlagwerkabteilung, die aber mit den Schlagzeug-Arrangements zu kämpfen hatten. Die führten die Perkussionisten notengetreu aus. Nur, was die Bearbeiter da fürs Schlagzeug notieren, hat mit Rock und Jazz wenig zu tun. Ein wenig mehr Freizügigkeit statt Notentreue, das wärs. Denn dieses Orchester ist gut genug dafür.

Quelle: Südwest-Presse Ulm
Autor: Helmut Pusch
Datum: 17.10.2011


Jubiläum – Mitreißend in die musikalische Zukunft

Im Congress Centrum Ulm (CCU) begeisterten aktive und ehemalige Musiker
der Jungen Bläserphilharmonie Ulm das Publikum beim Jubiläumskonzert

Foto: Schmid
Junge Bläserphilharmonie begeistert bei Konzert zum 50-jährigen Bestehen

Eine „geniale Idee“ von Udo Botzenhart – so Vorsitzender Michael Leibinger – stand am Anfang einer grandiosen Erfolgsgeschichte:
Der Ulmer Stadtrat wurde 1961 bei einem Besuch in Zürich durch die dortige „Knabenmusik“ so beeindruckt, dass er eine solche auch im Ulm initiierte und damit nicht nur eines der erfolgreichsten Blasorchester Deutschlands, sondern auch die Musikschule Ulm gründete.

Dieses Lebenswerk Botzenharts wurde anlässlich des 50-jährigen Bestehens des nun „Junge Bläserphilharmonie Ulm“ genannten Klangkörpers mehrfach gewürdigt.
Drei Orchester – Nachwuchs, Aktive und Ehemalige – musizierten, Bundesministerin Dr. Annette Schavan und OB Ivo Gönner dankten für die erfolgreiche Initiative und versicherten ihre weitere Unterstützung.
Mit vier Vorträgen sorgte das Nachwuchsorchester für einen schwungvollen Auftakt: „Fame“, die „Highlights from Aladdin“, ein ABBA-Medley und die „Rocky Road to Dublin“ zeigten in eindrucksvoller Weise auf, dass man auch dem kommenden Jahrzehnt der „JBU“ erwartungsfroh entgegen sehen kann, denn was die Musiker unter der ebenso sicheren wie mitreißenden Stabführung von Josef Christ präsentierten, verdiente hohe Anerkennung.

Wenngleich zurzeit auch nur zwei Trompeten im Orchester mitspielen und dadurch naturgemäß das tiefe Blech und die Holzbläser ein gewisses Übergewicht haben, so bleiben doch Sicherheit in Rhythmik und Dynamik sowie saubere Intonation und stets aufmerksames Eingehen auf den Dirigenten als Pluspunkte zu verzeichnen, auf denen eine solide Zukunft aufgebaut werden kann.

Dann ließen sich die Aktiven der Jungen Bläserphilharmonie erstmals hören, und sie boten mit „Mount Everest“ von Rossano Galante, dem Bert-Appermont-Klangbild „The Age of Aquarius“ und dem grandiosen Epos „Moses und Ramses“ von Satoshi Yasigawa einen hervorragenden Eindruck von ihrer Meisterschaft, die sie in der sinfonischen Blasmusik über all die Jahre entwickelt haben.

Nach all den faszinierenden Konzertreisen, die das Orchester in den vergangenen Jahren mit großem Erfolg absolviert hat, war so auch das „Heimspiel“ ein echtes Erlebnis, das geprägt war von hoch entwickelter Klangkultur, technischer Brillanz und vielseitigem Gestaltungsvermögen.

Ehemalige zeigen, was sie immer noch drauf haben

Nach der Pause gab es noch ein drittes Orchester zu erleben:
Aus rund tausend früheren Aktiven der einstigen „Knabenmusik“ hatten sich gut siebzig Musikerinnen und Musiker an einem Probensonntag und einem Nachmittag zusammengetan, um als „Ehemaligenorchester“ aufzutreten.

Wie Josef Christ versicherte, hatte das bereits bei der Probenarbeit großen Spaß gemacht, und dieser übertrug sich auch auf das begeisterte Publikum. Mit den weihevollen Klängen von Richard Wagners „Einzug der Gäste auf der Wartburg“ aus „Tannhäuser“ ließen die Ehemaligen gleich erkennen, dass sie nichts von all dem verlernt hatten, was sie einst unter den Kapellmeistern Paul Kühmstedt, Kreso Pascuttini, Norbert Nohé oder nun auch unter Josef Christ mit auf ihren musikalischen Lebensweg bekommen hatten.

Unter ihnen befinden sich, wie Christ vorstellte, einige hochkarätige Solisten von Rang, und einer von ihnen, Dieter Kraus, durfte sein Können mit dem Solokonzert „Against all odds“ in schönster Weise präsentieren. Doch auch im abschließenden „Birdland“ faszinierten sowohl Solopassagen als auch der gesamte Orchesterklang. Dasselbe galt es für die Aktiven festzustellen, die mit zwei Vorträgen – „Fanfare and Funk“ von Oliver Waespi und einem „Santana“-Porträt das Konzert beschlossen.

Quelle: Neu-Ulmer Zeitung
Autor: Wilhelm Schmid
Daum: 17.10.2011


Festliches Fanfarendoppel

Spatzenchöre und Junge Bläserphilharmonie in der Pauluskirche

Fanfarenartig-festlich strömt Händels „Tochter Zion“ im Jan-de-Haan-Arrangement von den himmelhohen Chorarkaden im Altarbereich ins Kirchenschiff. Das Blechbläserensemble der Jungen Bläserphilharmonie Ulm ist zum Konzert-ende wieder ins große JBU-Orchester integriert, wenn diese im Verbund mit dem Ulmer Spatzen Chor mit Humperdincks „Abendsegen“ auf mächtigen und zugleich verinnerlichenden Klangwogen vor dem gemeinsamen Lied mit dem Publikum („O Du fröhliche“) zum Ausklang bringen.

Zweimal eine voll besetzte Pauluskirche beim Weihnachtskonzert der Musikschule der Stadt Ulm mit der von Josef Christ dirigierten Jungen Bläserphilharmonie und den von Hans de Gilde geleiteten Spatzen. Der Reinerlös der Neuerung eines Doppelkonzerts in Folge eines Nachmittags ging an die „Aktion 100 000 – Ulmer helft“.

Einmal mit Vorchor, einmal mit den „Ehemaligen“

In den vergangenen Jahren war die Konzertveranstaltung, die immer am dritten Advent in der Pauluskirche stattfindet, derart gefragt, dass nicht alle Kartenwünsche erfüllt werden konnten. Ein kleiner Unterschied bestand zwischen den beiden Konzerten: Im Konzertteil der Spatzen war am 3. Adventssonntag außer dem Kinder- und Jugendchor um 14 Uhr der Vorchor mit von der Partie, an seiner Stelle hingegen um 17 Uhr das Ensemble „Les Passerelles“. Beim 1. Konzert beeindruckte das Temperament des großen JBU-Orchesters unter anderem mit Puccinis „La Tregenda“ aus der Oper „Le Villi“, intonierte das Nachwuchsorchester auch Jacob de Haans „Kleine Weihnachtsmusik“ mit Hingabe. Der ganz in Weiß gekleidete Spatzen-Vorchor sensibilisierte das Publikum nach der Fanfaren-Intro bereits mit Liedhäppchen aus Bolivien und Ungarn sowie einem Händel nachempfundenen Jürgen-Thies-„Halleluja“.

Kammermusikalische Feinarbeit wurde bei Michael Haydns (auch vom Orgelpositiv skandierter) „Leopoldmesse“ mit dem rot gewandeten Kinder- und Jugendchor zum etwa zwanzigminütigen Ohrenschmaus. Diese war zusätzlich gespickt mit einem weltmusikalischen Liederreigen. Das traditionsreiche Weihnachtskonzert wird im nächsten Jahr zur Weihnachtszeit seine Fortsetzung erfahren.

Quelle: Neu-Ulmer Zeitung
Autor: roma

Datum: 15.12.2011


Weihnachtskonzert
von Ulmer Spatzen und Junger Bläserphilharmonie Ulm

Foto: jbu

Das Weihnachtskonzert von Ulmer Spatzen und Junger Bläserphilharmonie Ulm in der Pauluskirche ist Tradition. Gestern wurde aber auch Premiere gefeiert: Erstmals wurden gleich zwei Konzerte gegeben.

„O du fröhliche“ schallt es Jahr für Jahr in der Pauluskirche aus aberhunderten Kehlen zum grandiosen Finale des gemeinsamen Weihnachtskonzerts von Ulmer Spatzen und Junger Bläserphilharmonie Ulm (JBU). Doch das wurde gestern tatsächlich getoppt. Denn „O du fröhliche“ erklang gleich zweimal: erst um kurz vor vier, und dann erneut um sieben Uhr.

So riesig waren Nachfrage und Andrang in den vergangenen Jahren gewesen, dass sich die musikalischen Leiter der beiden Ensembles – Spatzen-Dirigent Hans de Gilde und JBU-Chef Josef Christ – dazu durchgerungen hatten, das beliebte Konzert am dritten Advent gleich zweimal zu geben. Nun konnten endlich alle Kartenwünsche befriedigt und somit auch die Aktion 100 000 und Ulmer helft noch tatkräftiger unterstützt werden. Und wirklich war die Pauluskirche gestern zweimal bestens gefüllt.

Ja, zwei mal zwei Stunden Konzert, und das mit nur einer knappen Stunde Pause dazwischen – dafür gebührt den Kindern und Jugendlichen, aber auch den zahlreichen erwachsenen Helfern großer Respekt!

Um die Jüngsten jedoch nicht doppeltem Stress auszusetzen, trat der Spatzen-Vorchor nur am Nachmittag auf – und ließ schön „Flog ein Vogel“ und „Es kam ein Engel“ erklingen. Am Abend war stattdessen der Kammerchor Les Passerelles unter Leitung von Ralf Löwe mit von der Partie. Unter anderem sang der Kammerchor das meditative „Ave maris stella“ aus Claudio Monteverdis Marienvesper, ein zartes „Benedictus“ und das rhythmisch bewegte „Ríu, ríu chiu“.

Im Programm des Kinder- und Jugendchors hatte Hans de Gilde, der wie stets klar und umsichtig dirigierte, Johann Michael Haydns 1805 vollendete Leopoldi-Messe in den Mittelpunkt gestellt. Doch zwischen die Sätze dieser wohlbalanciert dargebotenen Komposition schob sich ein internationaler Liederreigen: das melancholische „Kommt und kauft meinen jungen Efeu“ aus Irland, „Schöne Rosenblume ist entsprossen“ aus Ungarn, das schwebende „Panis Angelicus“ von César Franck und das beschwingte „Singet all zur Weihnacht“ aus Frankreich. Begleitet wurde die Spatzen dabei von einem zwölfköpfigen Ensemble aus Hörnern, Streichern und Orgel (Barbara Comes). Und reichlich Applaus gab es auch für die feinen Gesangssolistinnen und -solisten.

Dann folgte etwas, was man Klangmagie nennen sollte: Die Sängerinnen und Sänger aller Chöre verteilten sich ringsum in der Pauluskirche und erfüllten den Raum mit dem harmonisch reizvollen „Ubi caritas“ des Isländers Hreidar Ingi Thorsteinsson. Herrlich.

Und die Bläserphilharmonie? Ganz zu Beginn hatte das Blech traditionell von der Empore mit „Tochter Zion“ das Konzert feierlich eröffnet. Das Nachwuchsorchester unterhielt die vielen Zuhörer dann später mit einer „Kleinen Weihnachtsmusik“ von Jacob de Haan und mit dem berühmten rotnasigen Rentier Rudolph, das sich lustig swingend aufs Eis wagte.

Das Große Orchester unter der routinierten Leitung Josef Christs ging zunächst Steve Reisteters „The Eigth Candle“ an: eine erst getragen-weihevolle, dann mitreißende Komposition. Nach einem Arrangement von „Still, still, still“ erklang zünftig „La Tregenda“ aus Giacomo Puccinis Oper „Le Villi“. Und dann war der Weihnachtsmann klingelingelingend unterwegs: „Santas Journey“, ein effektiv und abwechslungsreich instrumentiertes Saisonstück von Roy Kaighin.

Schließlich vereinigten sich die orchestralen und menschlichen Stimmen zu Engelbert Humperdincks „Abendsegen“, ehe alle gemeinsam „O du fröhliche“ sangen, vielleicht so stimmstark fröhlich wie noch nie.

Quelle: Südwest-Presse Ulm
Autor: Magdi Aboul-Kheir
Datum: 12.12.2011


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